Samweis

Samweis, Friese geb. 2012

Samweis ist das Küken im Stall. Er kam erst dieses Jahr (2015) im Mai zu uns und ist der einzige echte Kerl hier. Im Augenblick ist er sehr sozialverträglich und kann mit Cookie und Bosse auf die Weide. Wenn das so bleibt und es ihm gut geht damit, dann soll er auf jeden Fall Hengst bleiben. In der körperlichen Entwicklung deutlich schneller als z.B. Cookie und Peret, wird er schonend bereits ein bisschen geritten. Jedoch nur ca dreimal die Woche und dann nur 20-30 Minuten mit viel Schritt. Ansonsten mache ich viel Bodenarbeit mit ihm, was er dringend benötigt, weil er keinerlei Gefühl dafür hat, was seine großen Füße gerade so machen. Koordination und Konzentration, das ist derzeit Sams Lehrplan. Gefolgt von Dehnungshaltung erlernen, um den naturgegebenen hohen Halsaufsatz rückenfreundlich in der späteren Arbeit zu nutzen.Samweis ist ein Beispiel dafür, das Pferde den Umgang spiegeln, den Menschen mit ihnen pflegen.
In dem Stall aus dem er kam, wurde er von seinen Besitzern mehr oder weniger herumgeschubst. Sollte er sich in eine Richtung bewegen, also ausweichen, dann gab es einen derben Stoß. Hufe wurden hochgenommen und statt sie abzusetzen ließ man einfach los. Ein verunsicherndes Gefühl für das Pferd und auch nicht gerade gesund… Bei der Ankaufsuntersuchung stand die Besitzerin (bzw. ein Mitglied der Familie) mit Zigarette in der einen Hand, Führstrick in der anderen. Und das im Stall zwischen Heu und Stroh. Brennende Zigaretten am Pferd: Ebenso respektlos wie gefährlich. Soviel nur einmal zu einer „Hintergrundgeschichte“. Es konnte mich nicht wundern, das Samweis zunächst nur schubsend und drängelnd mit uns Menschen umging. Dabei war er zudem verunsichert. Denn nicht nur, dass der Umgang trostlos war, Samweis war bereits mit knapp drei Jahren unter dem Sattel und vor der Kutsche gegangen. Auch die Haltung ließ zu wünschen übrig. Neugierig und intelligent wie er ist, braucht Samweis Bewegung, Luft und Anregung. Und ganz viel Zuwendung. Keine 24 Stunden Boxenhaft.
Wir sind froh darüber ihn bei uns zu haben. Jetzt kann er erst einmal (im Offenstall) auswachsen. Ganz in Ruhe lernen und seinen Platz finden. Ich habe dieses Pferd mit seiner großen Veranlagung zur Dressur ganz besonders ins Herz geschlossen. Und freue mich darauf zu einem späteren Zeitpunkt meinen SchülerInnen ein ganz besonderes Reitgefühl ermöglichen zu können.

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