Unsere Arbeit – Hintergründe und Ideen

Die Philosophie hinter unserem Unterricht

Das Faszinierende an der Arbeit mit Pferden ist die einzigartige Verbindung zu einem Lebewesen, das von jeher ein Symbol für Kraft, Schönheit und Freiheit war.

Es ist eine Arbeit mit hohem Anspruch an uns Menschen, denn dieses ursprüngliche Lebewesen, mit seinem instinktivem Verhalten und allen uralten Bedürfnissen lebt im edlen Vollblut und in jedem robusten Pony weiter. Jedes Pferd, gleich welcher Rasse hat ein Recht auf eine artgerechte Lebensweise und einen respektvollen und ihm entsprechenden Umgang.

Und jedes Pferd welches als Reitpferd ausgebildet wird, hat ein Recht auf einen rücksichtsvollen und balancierten Reiter, der seine eigenen Ziele den Bedürfnissen seines Pferdes unterordnet und mit immer neuer Freude mehr und mehr an seinen reiterlichen und empathischen Möglichkeiten arbeitet.

Oft ist es ein alter Traum, ein Bedürfnis dem Pferd und der Natur nahe zu sein, der Menschen jeden Alters veranlasst in den Sattel zu steigen.

Das ist Motivation und Ziel genug.

Wir bieten dem lernbegeisterten Reiter darüber hinaus verschiedene Ansätze an denen er vielleicht arbeiten möchte.

Zum Beispiel ist bei vielen Spannungs und Schmerzproblemen im Rücken, die korrekte Sitzschulung und die lockernde Bewegung des Pferdes eine hervorragende Unterstützung.

Wir arbeiten auch mit Angstproblematiken und unterstützen speziell für Kinder Beweglichkeit und Koordination, z.B. bei eingeschränkter Bewegungserfahrung im Alltag.

Wir fördern aber auf unserem Schulpferd auch diejenigen Reiter, die bereits über ein größeres Können verfügen, jedoch kein eigenes Pferd besitzen.

Ein mögliches Ziel kann für Reiter mit und ohne eigenes Pferd sein, sich sportlich und auch künstlerisch zu entwickeln.

Künstlerisch?

In den frühen Zeiten der Reiterei, sozusagen im Ursprung dessen, was wir heute tun, war das Reiten zum einen überlebensentscheidend und zum anderen eine offiziell anerkannte Kunstform. Ebenso wie das Erschaffen von Gemälden oder Musikstücken.

Um das Überleben ging es im Militär. Einer Reiterei, die großteils mit hohem Anspruch und noch höherem Respekt für das Pferd einherging. Denn von der guten Ausbildung und der guten Beziehung zum Tier hing oftmals das eigene Leben ab.

Vorangetrieben durch das repräsentative Reiten bei Hofe, (vor allem in Frankreich, Österreich, Spanien,Preußen und auch zeitweise in England)

entstand das Reiten der „Hohen Schule“

Heute sehen wir es kultiviert und erhalten an den Hofreitschulen. (z.B. Wien)

(Ich möchte hier anmerken, dass durch die finanziellen Schwierigkeiten bedingt, auch an diesen Stätten der pferdegerechten Reitkunst keine Sicherheit mehr besteht in Bezug auf die notwendige Zeit, die dem Pferd zur Verfügung gestellt werden muss. Abweichungen vom Ideal wurden in der Presse bekannt und sind zutiefst zu bedauern)

Alle uns hier geläufigen Formen des Reitsports gehen zurück auf die gleichen uralten Lehren. Begonnen bei dem Griechen Xenophon, der ca 350 v. Chr. eine Reitlehre verfasste, die Gewalt ablehnte und das Pferd als Partner ansah. Vieles in seinem Werk ist noch heute absolut gültig.

Die historische Entwicklung der Reitkunst führte zu einer schlüssigen, zeitlosen und vom Streben nach Perfektion getriebenen Ausbildungsarbeit.

Alles, was es über diese Ausbildung zu einem seelisch gesunden, glücklichen und körperlich wunderbar trainierten Pferd zu sagen gäbe, wurde bereits lange vor unserer Zeit und allen modernen Ausbildungsmethoden gesagt.

Das Faszinierende ist, dass die verschiedenen sich entwickelnden Stränge der Reiterei zum größten Teil diese gleichen Wurzeln haben.

Das heutige Dressurreiten. Das Barockreiten. Das Reiten nach den Lehren der Legerete. Das Westernreiten.

Aufgrund dieses gemeinsamen Hintergrundes ist es unsinnig in eine Konkurrenz untereinander zu treten.

In welcher Reitweise auch immer:

Es gibt nur gutes und schlechtes Reiten. Und nur die Ausstrahlung und die Freude des Pferdes an seiner Arbeit und die Hingabe des Menschen zum Tier entscheiden darüber.

Jeder Reiter kann sich den Weg suchen, der ihm am meisten entspricht. Denn selbstverständlich sind trotz gleicher Wurzeln die Wege von unterschiedlicher Gestaltung und Philosophie.

Meine persönliche Philosophie ist:

Ich möchte „gutes Reiten“. Ich brauche keine Reitweise zur einzig zielführenden zu wählen.

Ich nutze:

  • Die Erkenntnisse vieler großer Reiter.
  • Die Erkenntnisse der Medizin und Verhaltensforschung.
  • Mein Gefühl für das Pferd dem ich gegenüberstehe
  • Die Tellington Methode zur Unterstützung von Körpergefühl und jedweder Ausbildung des Pferdes
  • Die Vorgehensweise nach dem „Reiten aus der Körpermitte“ und ähnlicher Sitzschulung

Das bedeutet von allem profitieren zu können, denn ich möchte dem kleinen flinken Westernpferd im Training so gerecht werden wie dem barocken Tänzer, dem ganggewaltigen Warmblut, dem empfindsamen zähen Araber.

Ich möchte Pferde in ihrer Art erkennen und fördern.

Ich möchte Reiter in ihren persönlichen Zielen unterstützen.

Das bedeutet für mich, angelehnt an die Erkenntnisse der klassischen Reitkunst, biomechanisch korrekt zu reiten und in diesem Sinne Reiter und Pferde zu trainieren.

Unabhängig vom individuellen Ziel, oder der Reitweise des Schülers.

Eine Art schwärmerische Liebe und viel Achtung habe ich persönlich vor der wirklich behutsamen und sorgfältigen Ausbildung zum kunstvoll geförderten Dressurpferd. Vielleicht liegt hier eine Sehnsucht zu Grunde, mit dem Pferd in der Bewegung so vollends eins zu werden wie ein Zentaur.

Mich durch feinste Hilfen zu verständigen.

Und genau das

ist Ziel der Ausbildung auf dem Hof Ivre – Mort.

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