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Peret – Ein arabisches Märchen(..pferd)

Peret kam zweijährig zu uns, ein großer Junghengst mit viel Bewegung und Ausstrahlung. Er verbrachte eine lange Jugendzeit mit Freigang und Bodenarbeit. Peret brauchte einfach Zeit zum wachsen. Kurz vor Perets fünften Geburtstag (der auf Heiligabend fällt), haben wir ihn das erste Mal an Sattel und Reitergewicht gewöhnt. Gut vorbereitet durch die TTeam-Arbeit war er zwar ein bisschen nervös, aber sehr artig. Was uns frühzeitig auffiel war, dass Peret eine lange Lösungsphase benötigte, um sich unter dem Reiter locker bewegen zu können. Er neigte zum passartigen Gehen und zu hoher Spannung beim Antraben. Nichts desto trotz arbeiteten wir zunächst e1ntspannt weiter und Peret entwickelte sich gut. Hier sieht man ihn mit Anna bereits entspannt bei der Arbeit. Wenn man ihn ohne Reiter longierte, neigte Peret dazu, in den Kreuzgalopp zu fallen und insbesondere auf der rechten Hand nach außen zu schauen. Viel später fügten sich alle Teile zu einem Bild zusammen. Zunächst mussten wir feststellen, dass in der Ausbildung unerklärbare Rückschritte stattfanden. Die Spannung zu Anfang einer Trainingseinheit schien mehr statt weniger zu werden, oft hatten wir das Gefühl es fehlt nicht viel und er würde sein Heil in der Flucht suchen. Eines Tages tat er das dann auch. Obwohl er bereits warmgeritten war, ging er ohne ersichtlichen Grund heftig durch. Zuerst vermuteten wir Probleme durch den Sattel. Perets Sattellage war auch für einen erfahrenen Sattler eine wahre Herausforderung. Da alle gängigen Modelle auf seine Schulter drückten, versuchten wir es mit einem Barefoot-Sattel. Das war aber eher kontraproduktiv, denn jetzt kristallisierte sich langsam heraus, dass das Problem eher weiter hinten in der Wirbelsäule liegen müsse. Die Diagnostik war hier allerdings für Tierarzt und Osteopath sehr schwierig. Die Schmerzen schienen die Stelle zu wechseln, sämtliche Therapieansätze schlugen fehl. Der Tierarzt zog in Erwägung, dass Perets Verhalten psychisch bedingt sein könnte. Ein erlerntes Muster, um sich der Arbeit zu entziehen beziehungsweise dem Schmerz, der in seiner Erinnerung verankert war. Das konnten wir nicht bestätigen, Peret war immer arbeitsbereit, motiviert und selbst unter Schmerzen bemüht, auf Anna-Katharinas Stimme und Hilfen zu hören. Eine ausführliche Akupunkturbehandlung brachte vorübergehend Besserung. Aber schon wenige Tage nach der letzten Behandlung fiel Peret in seine Schmerzhaftigkeit zurück, wie man gut auf seinem Rücken ertasten konnte.

Jetzt war das Problem jedoch eingegrenzt worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war Perets Kreuzdarmbeingelenk, durch seinen Körperbau bedingt, zu lose. Das hieß dass er bereits unter geringer Belastung (longieren ohne Reiter) Schmerzen bekam. Wir hielten Rücksprache mit einer größeren Pferdeklinik, die diese Annahme unseres Tierarztes bestätigte. Jetzt hatten wir zusätzlich die Sorge, ob Peret überhaupt schmerzfrei pferdegerecht leben könnte. Wir ließen ihn erneut akupunktieren, da das auf jeden Fall am Meisten geholfen hatte. Dann zog Peret in seine neue Unterkunft. Statt des bisherigen Offenstalles und zusätzlicher Bewegung in einem größeren Paddock oder an der Longe, gaben wir ihm einen Platz in einem Unterstand mit angrenzendem sehr langgezogenem Auslauf. Hier konnte er, anstatt im Kreis und von Ecke zu Ecke zu rennen, wie auf einer kleinen Galoppbahn hin und her schreiten oder mit vollem Tempo galoppieren. Zudem hat er nette Nachbarn, die er über den Zaun hinweg ärgern kann. Man kann bislang aber keinem Pferd zumuten mit Peret in einer WG zu wohnen. Peret meint dann jedes Mal, dass er als Weltbeherrscher den Kollegen scheuchen und tyrannisieren muss. Dieser Wohnkompromiss zeigt gute Erfolge. Entspannt und zufrieden verbringt er seine Zeit mit Essen, Laufen und Bodenarbeit. Nur Belastung ist nicht möglich. Aber Peret scheint das nicht zu stören….

Peret frei 2

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